Altersvorsorgeprodukte: Lohnt sich eine Umkehrhypothek?

Die Umkehrhypothek ist auf dem deutschen Markt noch relativ unbekannt. Das liegt v.a. daran, dass sie recht komplex ist, und Kunden nur schwierig zu erklären ist.

Die Umkehrhypothek ist wieder der Name schon suggeriert eine Hypothek, die etwas anders als eine normale Hypothek funktioniert. Das Prinzip läuft so: Man nimmt eine Hypothek auf sein Haus auf. Von dieser Hypothek wird eine Rente ausgezahlt. In der Zeit, in der man Rente bezieht muss man keine Zinsen zahlen, und bleibt ganz normal in seinem Haus wohnen. Man bleibt sogar Eigentümer seines Hauses. Wenn man dann verstirbt oder aus dem Haus auszieht (z.B. weil man in ein Pflegeheim einzieht), fällt das Haus an den Anbieter der Umkehrhypothek. Der kann das Haus dann verkaufen, um damit die Hypothek zu tilgen. Verkauft er das Haus für mehr als der Wert der Hypothek plus Zinsen, so hat einen Gewinn gemacht.

Dieses Produkt hat zwei große Kritikpunkte:

  • Erstens ist das Produkt sehr teuer.  Denn der Zinssatz für die Hypothek ist im Vergleich zu normalen Hypotheken in der Regel sehr hoch. Es fallen also sehr hohe Zinsen und Zinseszinsen bei diesem Produkt an.
  • Zweitens  nehmen die Anbieter von Umkehrhypotheken bei der Bewertung ihrer Immobilie einen deutlichen Abschlag vor. Die Anbieter wollen sich damit vor dem verständlichen Risiko schützen, dass die Immobilie beim Verkauf (viele Jahr nach Beginn der Umkehrhypothek) deutlich an Wert verloren hat.

Einen Vorteil hat die Umkehrhypothek aber natürlich: Wenn man sich im Alter seine Rente aufbessern möchte, und keine anderen finanziellen Mittel hat, dann kann man über die Umkehrhypothek recht viel Geld für eine Rente generieren, und gleichzeitig in seiner Immobilie wohnen bleiben.

Ein Gedanke zu „Altersvorsorgeprodukte: Lohnt sich eine Umkehrhypothek?

  1. MW

    Die statistische Lebenserwartung muss mindestens 15 Jahre betragen. Ich hatte versucht eine Umkehrhypothek für eine 85 Jährige Dame zu regeln. Trotz nur 50% Belastung des Grundstücks bei einer Laufzeit von 15 Jahren (Lebensalter 100) keine Chance, da die statistische Lebenserwartung mit 85 zu gering ist. Es gibt nur wenige Anbieter mit standardisierten Vorgaben. Passt man dort nicht hinein, keine Chance.
    Alternative: Mit langjähriger kleiner Hausbank verhandeln. Kleine Volksbanken und Sparkassen, bei denen der Vorstand vor Ort noch selbst entscheidet, sind hier am flexibelsten. Alles , wo es erst zu einer “Zentrale” geht ist wohl ziemlich sinnlos.

    Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>