Weshalb man der „erwarteten Rente“ bei einer Renten- oder Riesterversicherung nicht glauben sollte

Haben Sie sich schon einmal Angebote für Riesterrenten angeschaut? Oder für Rentenversicherungen? Haben Sie auch gesehen, dass es dabei immer zwei Renten gibt, die beworben werden – nämlich einmal eine niedrige, garantierte Rente, und einmal eine viel höhere „erwartete Rente“ (manchmal heißt sie auch prognostizierte Rente).

Wissen Sie, was hinter dieser „erwarteten Rente“ steckt? Ich sage es Ihnen: Es ist reine Werbung. Diese „erwartete Rente“ nimmt nämlich einfach an, dass Sie jeden Monat brav Ihre Beiträge zahlen, und Ihr Vermögen jeden Monat um einen festen Prozentsatz wächst. Schwankungen in der Rendite oder gar Verluste durch Einbrüche auf den Aktienmärkten gibt es bei der „erwarteten Rente“ nicht. Bei den meisten Produkten wird einfach angenommen, dass Ihr angespartes Kapital jedes Jahr um 4% wächst. Das ist eine ziemlich kühne Annahme, denn wir haben derzeit sehr niedrige Zinsen, und Versicherer investieren v.a. in zinsarme Staatsanleihen. Es ist deshalb durchaus eine sportliche Leistung jedes Jahr 4% zu erwirtschaften.

Aber es gibt sogar Anbieter, die nehmen eine jährliche Wertsteigerung von 6% oder sogar 8% an. Die Versicherer dürfen nämlich bei der Rendite annehmen was immer sie wollen, und wenn Ihr Geld etwas stärker in Aktien investiert wird, dann gehen Versicherer davon aus, dass die Rendite entsprechend steigt. Die tatsächliche Entwicklung auf den Aktienmärkten hat natürlich gezeigt, dass eine jährliche Rendite von 6% oder sogar 8% vollkommen utopisch ist. Aber durch diese Rechnung wirkt es eben so, als ob die Versicherungsprodukte eine Super-Investition wären.

Deshalb sollte niemand auf das Marketing der Versicherer setzen, und lieber seine eigenen Analysen machen. Schauen Sie nach, wie hoch die Kosten Ihres Produktes sind, denn hohe Kosten drücken Ihre Rendite. Und schauen Sie nach, wie viel Rendite der Versicherer in der Vergangenheit erwirtschaftet hat. Das ist zwar keine Garantie, dass die Rendite in der Zukunft genauso hoch sein wird. Aber es ist allemal ein besserer Anhaltspunkt, als die vom Versicherer prognostizierte Rendite.

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